Schutz elektrischer Anlagen

Die Frage des elektrischen Schutzes von Anlagen bleibt stets aktuell. Trotz der großen Menge an Informationen zu diesem Thema sowie der Vielzahl an Schutzgeräten, Überwachungs- und Steuerungseinrichtungen fallen Elektromotoren weiterhin aus.

Warum passiert das? Meist liegt es am Wunsch des Kunden, genau an diesem Schutz zu sparen. Typische Rechtfertigungen sind Aussagen wie: „Wozu brauche ich dieses Steuerpult, bei uns funktioniert doch alles“, „meine sowjetische Pumpe hat 20 Jahre ohne Probleme gearbeitet“, „ich habe es abgeschaltet, weil es die Pumpe ständig ausschaltet und ich sie immer wieder einschalten muss“ und Ähnliches.

Hier ein Beispiel für eine klassische „Schutz“-Lösung bei einer dreiphasigen Abwasserpumpe mit einer Leistung von 4 kW.

Elektrischer Schutz von Anlagen

Und hier das Ergebnis eines solchen „Schutzes“!

Elektrischer Schutz von Anlagen

Eine weitere Möglichkeit, die Pumpe „durchbrennen“ zu lassen, besteht darin, eine Steuerbox (Schutz- und Steuerpult) zu kaufen, in der angeblich „alles enthalten ist“, aber keine Einstellung entsprechend den Parametern der eigenen Anlage vorzunehmen.

Jedes Gerät, einschließlich Pumpenanlagen und Steuerpulte, muss gemäß den in der Betriebsanleitung festgelegten Anforderungen betrieben werden.

Wie die Praxis zeigt, wird die Betriebsanleitung meist erst dann gelesen, wenn es nichts anderes mehr zu lesen gibt oder wenn bereits alles durchgebrannt und blockiert ist.

Ein weiteres Beispiel für einen „Garantiefall“.

Eine Tiefbrunnenpumpe wurde über ein Schutz- und Steuerpult angeschlossen, jedoch ohne entsprechende Einstellungen vorzunehmen.

Die Pumpe mit einer Leistung von 4 kW, 380 V, hat einen Nennstrom von 8,8–9 A. Unter Berücksichtigung einer zulässigen Abweichung von 10% sollte der Schutzstrom auf etwa 10 A eingestellt werden.

Stattdessen wurde der maximale Schutzstrom auf 13,9 A eingestellt.

Elektrischer Schutz von Anlagen

Und der Leerlaufstrom betrug 8,5 A.

Elektrischer Schutz von Anlagen

Infolgedessen kam es während des Betriebs zu einem ständigen Abschalten der Pumpe, da der Leerlaufstrom nahezu dem Nennstrom entsprach, was letztendlich zum Durchbrennen der Motorwicklung führte.

Vernachlässigen Sie nicht die Anforderungen der Betriebsanleitung! Wenden Sie sich an die Spezialisten unseres Unternehmens. Wir helfen Ihnen nicht nur bei der Auswahl der richtigen Ausrüstung, sondern auch bei deren korrekter Einstellung.